»Juli 1943, Hamburg-Billstedt – Bei der Arbeit«.

Quelle: Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“, Warschau

»Mai 1944, Hamburg-Glinde – die besten Fußballer aus meiner Mannschaft«.

Quelle: Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“, Warschau

»Mai 1941, Hamburg-Billstedt – Unsere Gruppe von Polen vor der Baracke«.

Quelle: Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“, Warschau

Postkarte 8: Tadeusz Brzeski

»Man hat uns – Polen – verboten, sich ohne einen außen auf die Kleidung aufgenähten Buchstaben P vom Wohnort zu entfernen. Wir behalfen uns, indem wir das Leinen mit dem Buchstaben auf ein Stück Blech zogen, an dem eine Nadel angebracht war. Im durch deutsche Polizei kontrollierten Gebiet trugen wir den Blechanstecker mit dem Buchstaben, außerhalb dieses Gebiets entfernten wir das Blech und konnten uns –mit einer großen Dosis Risiko – frei durch Hamburg bewegen.«

Quelle: Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“, Warschau

Tadeusz Brzeski (Mitte) um 1941, polnischer Zwangsarbeiter in Hamburg

Tadeusz Brzeski kam 1940 im Alter von 19 Jahren zur Firma „Vereinigte Jute-Spinnereien und Webereien AG“ nach Hamburg-Billstedt. Er erinnert sich, dass die Polen das Lager nicht verlassen durften. Sie erhielten mehrere „P“-Zeichen, die sie an ihren Kleidungsstücken fest aufnähen sollten. Mit viel Geschick brachten sie diese jedoch nur provisorisch an, wodurch sie sich teilweise frei bewegen konnten. Dabei besuchten sie auch den Hagenbeks Tierpark, Sankt Pauli oder schwammen in der Elbe. Einmal, als sie von einer deutschen Frau Kartoffeln erhalten hatten, wurden sie auf dem Rückweg von einem Polizisten aufgehalten. »Wir spielten Schlesier und dank meiner guten Deutschkenntnis ließ er uns weitergehen«, erinnert Tadeusz Brzeski heute noch die gefährliche Situation.

In Hamburg traf er einen Freund aus Zgierz, mit dem er gemeinsam im Fußballclub „Sokol“ gespielt hatte. Gemeinsam organisierten sie eine Fußballmannschaft: »Ich erinnere mich nicht daran, woher wir den Ball, die Turnschuhe, die Turnhosen und die Trikots (mit dem Buchstabe „P“) nahmen. Wichtig ist, dass wir einige Begegnungen bzw. Spiele mit Holländern und Franzosen hatten, die in der Nähe in einem anderen Lager wohnten. Große Freude, Große Aufregung.«

Ein Freund von Tadeusz Brzeski, Zbyszek, hatte sich – verbotenermaßen – aus Polen eine Kamera und Filme mitgebracht. In Hamburg lernten sie einen Fotografen kennen, einen „aktiven Widerstandskämpfer“. In dessen Atelier entwickelten sie die Fotos und hörten verbotene Radiosender.