Postkarte 4: Franciszka Stankowska

»Man durfte nichts haben. Die Abwechslung, die wir hatten, das war nur das, wofür wir selbst gesorgt haben. Das Foto, das ist in der Baracke. Die Flaschen sind leer, wir haben nur so gespielt als ob.«

Quelle: NS-Dokumentationszentrum Köln

Franciszka Stankowska (3. v. links) vor 1944, polnische Zwangsarbeiterin in Köln

Auf die Rückseite der Karte schrieb Franciszka: »Andenken an Köln«.

Franciszka Stankowska wurde 1940 gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester aus einem Dorf in der Nähe von Poznań zur Zwangsarbeit bei der Deutschen Reichsbahn nach Köln verschleppt. Damals war sie gerade vierzehn Jahre alt. Ihre Arbeit bestand in der Außenreinigung von Passagier- und Güterwaggons.
Franciszka musste im Lager Deutzersfeld leben. Über ihren Alltag erzählt sie: »Zwischen fünf und sechs Uhr mussten wir aufstehen, und man musste sich mit einer Schüssel in eine Schlange stellen, um Kaffee, Suppe oder Brot zu bekommen. Das Brot war sehr schlecht, manchmal mit Sägespänen, die in der Speiseröhre hängen geblieben sind. Wir waren aber so hungrig, dass wir es essen mussten.«

Franciszka Stankowska ist auf dem Foto die dritte von links. Rechts neben ihr sitzt ihre beste Freundin Stasia, die 1944 bei einem Bombenangriff ums Leben kam. Das Foto steht für die Wünsche und Sehnsüchte der Zwangsarbeiterinnen: Unbeschwert beisammen sitzen, genug zu essen und zu trinken haben.