Postkarte 3: Maria Andrzejewska

»Wir sehnen uns nach – unserer Heimat – unserem Zuhause – der Freiheit.«

Quelle: Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Maria Andrzejewska (Mitte) um 1943, polnische Zwangsarbeiterin in Berlin-Reinickendorf

Das Foto von Maria Andrzejewska und ihren beiden Freundinnen wurde im Schillerpark in Berlin-Wedding aufgenommen. In einem Erinnerungsbericht schildert Maria ihre kurzen Ausflüge in Parks oder den Zoo. Sie waren eine seltene Abwechslung von ihrem Alltag als Zwangsarbeiterin in der Rüstungsindustrie. Über ihn schreibt sie: »Der Schmerz in den Händen mit geplatzten Blasen und Füßen voller Wunden trübte meinen Verstand. Ich war ohne Gedanken. Ich lebte wie in Trance, und es war mir völlig egal, ob ich den nächsten Tag überlebe.«

Maria Andrzejewska musste seit 1942 in einem Großlager der Firma Dr. Klaus Gottwart in Berlin-Reinickendorf leben. Die Enge in diesem Lager, das Ungeziefer, die Krankheiten, die ständigen Schikanen und die Härte der Arbeit haben sich ihr unauslöschlich eingeprägt.
1944 versuchte Maria Andrzejewska zu fliehen, wurde jedoch von Gendarmen gefasst und in das Arbeitserziehungslager Fehrbellin eingewiesen. Nach zwei Wochen, in denen sie aufgrund der prekären Ernährung, der Schwerarbeit und der permanenten Bestrafung bis auf 28 Kilogramm abmagerte, wurde sie zur Zwangsarbeit nach Klausdorf gebracht, wo sie bis Kriegsende arbeiten musste. »Bis heute staune ich, dass ich nach solchen schweren Erlebnissen, im Alter von 80 Jahren, immer noch lebe«, schreibt sie dazu 1997.

Das Foto dürfte von einem deutschen Fotografen aufgenommen worden sein, der im Park anbot, ausländische Arbeitskräfte zu fotografieren.