Großflächen

Tschechische Zwangsarbeiter.

Die bei BMW in München eingesetzten tschechischen Männer sahen 1944 ihr Zwangsarbeiter-Dasein als „Zerstörung unserer Jugend“. Die Zwangsarbeiter waren im Lager Karlsfeld bei Allach untergebracht.

Quelle: Národní archiv České republiky, Fond Svaz nuceně nasazených, Prag

Belgische Zwangsarbeiter.

Die belgischen Zwangsarbeiter auf dem Foto waren in Neustadt an der Waldnaab in der Oberpfalz eingesetzt. Sie bezeichneten sich als „jene, die sie nicht kriegen werden Weihnachten 1944“.

Quelle: CEGES-SOMA, Brüssel

Französischer Kriegsgefangene.

Die Gruppe französischer Kriegsgefangener war im Lager Geolfing bei Ingolstadt interniert und arbeitete bei Bauern in der Umgebung. Vermutlich waren sie im Sommer 1940 in Kriegsgefangenschaft geraten. Am 1. Dezember 1940 wurde das Foto vor ihrer „Villa der Tränen“ aufgenommen, in der sie „ohne Liebe“ leben mussten.

Quelle: Privatbesitz Clemens Nißl, Obereichstätt

Tschechische Zwangsarbeiter 1943 in Berlin.

Das Foto nahmen tschechische Zwangsarbeiter 1943 in Berlin im Lager Johannisthal des Stellmacherbetriebes Ambi Budd auf. Sie charakterisierten sich als „Sklaven des 20. Jahrhunderts“.

Quelle: Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Foto: Anke Heelemann, 2010

Foto: Anke Heelemann, 2010

Bilder mit Kommentar

Männer sitzen zusammen. Vielleicht hat einer von ihnen Geburtstag, andere feiern Weihnachten. Zur Erinnerung wollen sie ein Foto von sich machen. Und dann merken sie: Hier stimmt etwas nicht. Wenn wir jetzt ein Bild von uns machen, würde es aussehen wie ein normales Erinnerungsbild. Es ist aber gerade nichts „normal“, gar nichts.

Denn sie bezeichnen sich als die „Sklaven des 20. Jahrhunderts“, deren „Jugend zerstört“ wurde. Fern von ihrer Heimat, ihren Familien sind sie „ohne Liebe“, ihre Baracke ist eine „Villa der Tränen“.

Sie schreiben es auf, wie sie es empfinden – auf eine kleine Tafel, eine Tasche, was gerade zur Hand ist. Und dann erst machen sie das Foto.

Für die Öffentliche Intervention der Ausstellung Zwangsarbeit wurden vier dieser „Bilder mit Kommentar“ ausgewählt. Sie stammen von Zwangsarbeitern aus Belgien, Frankreich und Tschechien, die im Gegensatz zu polnischen oder sowjetischen Zwangsarbeitern Kameras besitzen durften. Durch ihre Kommentare auf den Fotos treten die Zwangsarbeiter dem Berliner U-Bahn Fahrenden als selbstbewusste Männer entgegen, die ihr Schicksal reflektieren und zugleich anklagen.