Terror durch Hinrichtungen

Teilnehmer der Hinrichtung des polnischen Zwangsarbeiters Julian Majka, Michelsneukirchen (Bayern), 18. April 1941.

Julian Majka wurde wegen der Beziehung zu einer deutschen Frau am 18. April 1941 hingerichtet. Leitende Beamte der Sicherheitspolizei, ein Vertreter des Landrats, ein SS-Arzt und der Scharfrichter Johann Reichhart waren anwesend. Ein Gestapo-Beamter leitete die Exekution.

Quelle: Sammlung Vernon Schmidt, Veteran der 90. Inf. Div., U.S. Army

Exekution des polnischen Zwangsarbeiters Julian Majka, Michelsneukirchen (Bayern), 18. April 1941.

Häftlinge des KZ Flossenbürg mussten den Scharfrichter Johann Reichhart bei der Hinrichtung unterstützen. Vermutlich fotografierte der SS-Mann, der das Exekutionskommando führte, die Hinrichtung. Bei der Befreiung Flossenbürgs fand ein amerikanischer Soldat die Fotos.

Quelle: Sammlung Vernon Schmidt, Veteran der 90. Inf. Div., U.S. Army

Nach der Erhängung werden Zwangsarbeiter vor den Galgen geführt, Michelsneukirchen (Bayern), 18. April 1941.

Den Männern und Frauen aus Polen, die in der Gegend arbeiteten, wurde befohlen, sich am Exekutionsort einzufinden. Ein Gestapo-Beamter belehrte sie dabei, die Vorschriften der Deutschen nicht zu übertreten.

Quelle: Sammlung Vernon Schmidt, Veteran der 90. Inf. Div., U.S. Army

Stimmungsbericht der Gestapo (Entwurf), 18. Juli 1941.

Die Berichte über die Reaktionen der deutschen Bevölkerung und der Zwangsarbeiter auf die Exekutionen wurden vom RSHA ausgewertet, um deren Wirkung zu beurteilen.

Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland

Eisenach, 15. November 1940

Hedwig H. und der polnische Zwangsarbeiter Eduard P. müssen auf dem Marktplatz Schilder mit der Aufschrift „Ich habe mich mit einem Polen eingelassen“ und „Ich bin ein Rasseschänder“ tragen.

Quelle: Stadtarchiv Eisenach

Terror durch Hinrichtungen

Auf Befehl des Reichssicherheitshauptamtes ließ die Gestapo Regensburg in den ersten Kriegsjahren über 20 Polen wegen intimer Kontakte zu deutschen Frauen oder anderer „Vergehen“ in der Nähe ihres Arbeitsortes hinrichten. Ihre Landsleute, die in der Umgebung Zwangsarbeit leisteten, wurden zur Abschreckung an den Erhängten vorbeigeführt.

Bei der Verfolgung des „verbotenen Umgangs“ mit deutschen Frauen schlug der Rassismus mit ganzer Wucht durch: Westlichen Kriegsgefangenen drohte Gefängnishaft, Zwangsarbeitern aus Polen und der Sowjetunion die Hinrichtung. Die beteiligten deutschen Frauen wurden an den Pranger gestellt und viele von ihnen ins KZ eingewiesen. Deutschen Männern drohten wegen „verbotenen Umgangs“ nur geringere Strafen.

Das Reichssicherheitshauptamt und die „Gefahrenabwehr im Ausländereinsatz“

Die Kontrolle der Zwangsarbeiter im Deutschen Reich unterstand dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA), der Zentrale des nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungsapparates. Unter dem Dach dieser Behörde waren im September 1939 der SS-Sicherheitsdienst (SD) mit der Sicherheitspolizei (Kriminalpolizei und Gestapo) zusammen gefasst worden.

Maßgeblich für die Überwachung und Verfolgung ausländischer Arbeitskräfte war die Sicherheitspolizei, insbesondere die Geheime Staatspolizei (Gestapo). Im Laufe des Krieges ließen ihr die Justizbehörden immer mehr freie Hand. Delikte von Polen und „Ostarbeitern“ wurden seit 1943 ausschließlich von der Gestapo verfolgt und ohne Gerichtsurteil bestraft.

Ein Großteil der Ermittlungen der Gestapo richtete sich gegen Zwangsarbeiter. Dabei stützte sie sich auf die Hilfe der Schutzpolizei in den Städten und der Gendarmerie in kleineren Gemeinden.

Audio

Rede von Walter Groß, Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP, in Linz, 14. März 1940.

Groß forderte eine strikte Trennung von Deutschen und ausländischen Arbeitern und eine rigide Bestrafung bei der Übertretung dieser Schranken. Ausschnitt (02:00 min.)

Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv

Aussage des Polen Marian Barzak über eine Erhängung in Bayern, 1953.

„Wir mussten alle an dem durch den Strang hingerichteten polnischen Zivilarbeiter vorbeigehen.“ Eingesprochen (01:30 min.)

Quelle: Staatsarchiv Amberg