Massaker

Massengrab bei Hirzenhain (Hessen), 2. Mai 1945.

Die SS ließ eine Grube ausheben, in der die Toten verscharrt wurden. Nach der Besetzung des Ortes durch die Alliierten versuchten dessen Einwohner das Massengrab geheim zu halten. Es wurde erst vier Wochen später durch befreite Zwangsarbeiter entdeckt.

Quelle: National Archives, Washington

Zwei deutsche Männer bei der Exhumierung der Leichen, Hirzenhain, 2. Mai 1945.

Die männlichen Einwohner des Dorfes mussten bei der Exhumierung und der Umbettung der Leichen in eine würdige Grabstätte helfen. Vor Gericht wurde nur ein SS-Mann für das Massaker zur Rechenschaft gezogen.

Quelle: National Archives, Washington

Eine deutsche Mutter und ihre Kinder müssen die Leichen des Massakers von Warstein (Westfalen) besichtigen, 3. Mai 1945.

Die US Army wollte sicherstellen, dass das Verbrechen später nicht geleugnet würde. Anschließend wurden die Leichen auf umliegenden Friedhöfen würdig beigesetzt.

Quelle: National Archives, Washington

Ein deutscher Zivilist hält die Leiche eines Kindes im Arm, Warstein, 3. Mai 1945.

Erst zwölf Jahre später wurde ein Verfahren gegen die Beteiligten eröffnet. Trotz der Tatsache, dass das deutsche Gericht als Motiv „Mordlust“ feststellte, wurden die meisten Angeklagten wegen „Befehlsnotstandes“ freigesprochen.

Quelle: National Archives, Washington

Befehl an Gestapo- und Kriminalpolizeistellen, Düsseldorf, 26. Januar 1945.

Mit dem Schreiben bekamen die Polizeibehörden freie Hand, ohne Genehmigung „Sonderbehandlungen“ von Zwangsarbeitern, das heißt Hinrichtungen, „stillschweigend, auch durch Erschießen“ durchzuführen.

Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland

Flugblatt des Alliierten Oberkommandos (S. H. A. E. F.), November 1944.

Aufgrund der vielen Berichte über die Misshandlung von Zwangsarbeitern versuchten die Alliierten über Flugblätter und Radiosendungen auf die deutsche Bevölkerung Einfluss zu nehmen.

Quelle: Deutsches Historisches Museum, Berlin

Aussage des Zeugen Matthias H. im Prozess gegen die Mörder von Hirzenhain, Januar 1949.

Matthias H. überlieferte den Satz eines SS-Offiziers zu seinem Soldaten: „Das hast Du recht gemacht, mein Lieber, hier hast Du auch eine Flasche Schnaps.“

Quelle: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt

Massaker

Am 26. März 1945 erschoss eine SS-Einheit am Rande des Dorfes Hirzenhain (Hessen) 81 Frauen und sechs Männer aus einem Arbeitserziehungslager. Die Zwangsarbeiter stammten vor allem aus Polen und der Sowjetunion und waren einem vor den Alliierten fliehenden SS-Kommando aus Wiesbaden im Wege, das in dem Lager Quartier beziehen wollte. Die SS-Leute beschlossen ihre Ermordung.

Sechs Tage vorher hatten SS-Leute, Soldaten der Wehrmacht und Zivilisten in einem Wald in der Nähe von Warstein (Westfalen) 35 Männer, 21 Frauen und ein Kind umgebracht. Die Toten gehörten zu fast zweitausend „Ostarbeitern“, die von deutschen Behörden wegen der nahenden Front ostwärts getrieben worden waren. Das Massaker war Auftakt eines dreitägigen Mordens in der Region, dem über 200 Menschen zum Opfer fielen.