Arbeit bei der Steyr-Daimler-Puch AG

Sowjetische Zwangsarbeiterin, 20. Januar 1943.

Die Frau bedient eine Revolverdrehmaschine zur Herstellung komplexer Werkstücke. Für das Propagandafoto trägt sie Ringe, was bei dieser Arbeit sehr gefährlich war.

Fotosammlung Moser / Mauthausen Komitee Steyr

Französischer Zwangsarbeiter in der Gewehrfertigung, 23. September 1942.

Bereits zu diesem Zeitpunkt kam im Hauptwerk Steyr jede dritte Arbeitskraft aus dem Ausland.

Fotosammlung Moser

Werbung der Steyr-Daimler-Puch AG, 1943.
Die Steyr-Daimler-Puch AG veröffentlichte die Reklame in „Compass. Finanzielles Jahrbuch“ für die Wirtschaftselite des Dritten Reiches. Sie stilisierte ihre Vorreiterrolle in der Rüstungsproduktion für Militärgerät im Fronteinsatz.
Quelle: Universitätsbibliothek Wien

Werksinterner Aushang der Anker-Werke, 1943.

Die Bielefelder Anker-Werke veröffentlichten am firmeninternen Schwarzen Brett Anleitungen zum Umgang mit ausländischen Arbeitern. „Schlau“ tritt gegenüber den sowjetischen Zwangsarbeiterinnen mit Härte auf.

Quelle: Stadtarchiv Bielefeld

Arbeit bei der Steyr-Daimler-Puch AG

Die Steyr-Daimler-Puch AG – bis 1934 Steyr-Werke – gehörte im Dritten Reich zu den größten Rüstungskonzernen. Sie erfuhr in dieser Zeit die umfangreichste Expansion ihrer Geschichte. 1944 hatte sie etwa 50.000 Beschäftigte an ihren Standorten im Reich und den besetzten Ländern. Unter massivem Einsatz von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen produzierte sie Panzer, Gewehre und andere Kriegsgüter.

In Steyr entstand auf Initiative des Generaldirektors und SS-Standartenführers Georg Meindl in Münichholz eines der ersten Außenlager des KZ Mauthausen. In einem verzweigten Netz von Barackenlagern waren Tausende Zwangsarbeiter untergebracht.

Zwangsarbeit im Reich bis Ende 1941

Bereits im Herbst 1939 wurden die ersten polnischen Zivilisten und Kriegsgefangenen in der Landwirtschaft eingesetzt. Die Behörden gingen zunächst von einem kurzzeitigen Einsatz aus. Jedoch stieg mit der Ausweitung des Krieges der Bedarf an Arbeitskräften. Deshalb wurden ab 1940 auch französische und im Jahr darauf serbische Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit im Reich herangezogen.

Um sie von der Bevölkerung fern zu halten, erließen die Behörden für die Kriegsgefangenen und die polnischen Zivilarbeiter repressive Aufenthalts‑ und Arbeitsbestimmungen. Dazu zählten die „Polenerlasse“ vom Februar 1940, die bereits wichtige Bestimmungen enthielten, die 1942 in den „Ostarbeitererlassen“ verschärft wurden.