Novemberpogrom 1938

Beim Pogrom verhaftete Juden aus Burgpreppach bei der Zwangsarbeit, November 1938.

Quelle: Stadtarchiv Nürnberg (Signatur E39 Nr. 122/8)

Bei Burgpreppach, November 1938. Das Foto sandten vier Bewacher an den „Stürmer“.

Quelle: Stadtarchiv Nürnberg (Signatur E39 Nr. 122/5)

An den „Stürmer“ geschicktes Foto mit beschrifteter Rückseite, November 1938.

„Herzliche Grüße senden Ihre treuen Mitkämpfer aus dem Judenlager in Hofheim / Mainfranken. Im Vordergrund links sehen Sie Rabiner Nussbaum, rechts Lehrer Linz aus Burgpreppach. Heil Hitler!“

Quelle: Stadtarchiv Nürnberg (Signatur E39 Nr. 122/5 Rückseite)

Erklärung von Max Linz gegenüber der Gestapo, 14. Januar 1939.

Mit der KZ-Haft drängte die Gestapo Juden zu dieser Zeit häufig noch zur Auswanderung. Die Beantragung eines Passes zur Emigration konnte eine Entlassung beschleunigen.

Quelle: Staatsarchiv Würzburg

Novemberpogrom 1938

In Burgpreppach (Bayern) wurden jüdische Männer im November 1938 gezwungen, die Trümmer der im Pogrom niedergebrannten Synagoge zu beseitigen und auf Feldern zu arbeiten. Auf dem Weg zur Arbeit mussten sie ein Transparent vor sich hertragen, das sie als „arbeitsscheu“ verhöhnte und ihnen die Schuld am Pogrom gab. Nach zwei Wochen wurden die Männer in das KZ Dachau gebracht.

Als Vorwand für die Pogrome nutzten die Nationalsozialisten ein Attentat in Paris. Dort hatte Herschel Grynszpan aus Verzweiflung über die Vertreibung seiner Familie aus Deutschland auf einen deutschen Diplomaten geschossen. Die so genannte Reichskristallnacht markiert den Übergang von der systematischen Ausgrenzung und Entrechtung der Juden zu ihrer gewalttätigen Verfolgung. Über 1 400 Synagogen wurden zerstört und etwa 30 000 männliche Juden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt.

Max Linz

Lehrer aus Burgpreppach
geboren am 25. September 1902 in Hersfeld
gestorben am 15. August 1942 im KZ Majdanek

Am 1. Juni 1929 trat Max Linz eine Stelle als Lehrer und Kantor in der jüdischen Gemeinde von Burgpreppach an. Zusammen mit seiner Frau Helene wohnte er im Schulhaus direkt neben der Synagoge. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 konnten sie noch rechtzeitig aus dem Haus entkommen, bevor die Flammen von der brennenden Synagoge übergriffen. Max Linz wurde wie die anderen jüdischen Männer der Gemeinde verhaftet. Nach seiner Entlassung aus dem KZ Dachau bemühten er und seine Frau sich um eine Auswanderung in die USA, doch ohne Erfolg. Sie wurden in das KZ Theresienstadt deportiert. Von dort wurde Max Linz in das KZ Majdanek bei Lublin gebracht, wo er am 15. August 1942 starb. Seine Frau ist verschollen.

Die deutsche Arbeitsverwaltung

Das wichtigste Instrument des NS-Staates zur Zwangslenkung des Arbeitsmarktes waren die Arbeitsämter. Mit der Einführung der Dienstpflicht konnten sie seit 1938 allen Deutschen auch gegen ihren Willen Arbeitsplätze zuweisen – vor allem in der Rüstungsindustrie. Mit dem Ziel, Armee und Wirtschaft bis 1940 kriegsfähig zu machen, wurde 1936 die „Vierjahresplan“-Behörde geschaffen, in deren Geschäftsgruppe „Arbeitseinsatz“ Mitarbeiter der Arbeitsämter beschäftigt waren. Sie sollten den Arbeitsmarkt auf den Krieg vorbereiten. Auch bei der Ausgrenzung der Juden spielten die Arbeitsämter eine zentrale Rolle. Seit 1938 zogen sie Juden zum „geschlossenen Arbeitseinsatz“ heran.