Greenfield Family Papers

Joseph Greenfield mit seiner Kamera im DP-Lager Braunau, um 1946.

Joseph Greenfield alias Josef Grünfeld, geboren 1919 in Polen, überlebte mehrere Konzentrationslager. Nach 1945 dokumentierte er mit seiner Kamera das Leben in unterschiedlichen österreichischen DP Camps. Er hielt sowohl private als auch öffentliche Ereignisse fest. Seine erste Kamera bekam er im Tausch gegen zwei Dosen Fisch.

Quelle: United States Holocaust Memorial Museum

Wiedereinweihung der Synagoge in Steyr, 1946.

Nach 1945 waren es Bewohner der DP Camps, die an die jüdischen Traditionen anknüpften. Erstmals seit 1938 gab es wieder eine jüdische Gemeinde und eine Synagoge in Steyr, allerdings nur für einen kurzen Zeitraum.

Quelle: United States Holocaust Memorial Museum

Hochzeit im DP Camp Braunau, 1946

Joseph Greenfield traf Rachel Bunis im DP Camp Braunau, wo die beiden heirateten. Sie war, wie ihr Mann, eine Holocaust-Überlebende aus Polen. Hochzeiten und Geburten waren in DP Camps keine Seltenheit.

Quelle: United States Holocaust Memorial Museum

David S. Greenfield, 1948

Der Sohn von Joseph und Rachel Greenfield wurde im Februar 1947 in Braunau geboren. Er verbrachte seine ersten Lebensjahre in DP Camps, bevor die Familie 1949 in die USA auswanderte. Er übergab die Fotos 1999 an das USHMM.

Quelle: United States Holocaust Memorial Museum

Workshop der ORT im DP Camp Ebelsberg, um 1947

Die jüdische Hilfsorganisation ORT (Organisation – Reconstruction – Training) bildete die Bewohner der DP-Lager in handwerklichen Berufen aus, die ihnen helfen sollten, am Aufbau des Staates Israel mitzuwirken.

Quelle: United States Holocaust Memorial Museum

Umbettung am jüdischen Friedhof in Steyr, 1946.

Bewohner der DP-Lager begleiten die Umbettung von exhumierten Opfern der „Todesmärsche“ im Raum Steyr.

Quelle: United States Holocaust Memorial Museum

DP-Lager unter der Verwaltung der UNRRA, Mai 1946.

Bis Mitte 1947 war die United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) für die Betreuung der DP-Lager zuständig. Danach wurde sie von der International Refugee Organization (IRO) abgelöst, die versuchte, den noch etwa 500 000 in den Lagern lebenden Menschen bei der Auswanderung oder der Integration in Deutschland zu helfen.

Quelle: Archiv des International Tracing Service, Bad Arolsen

Mitarbeiter des Internationalen Suchdienstes des Roten Kreuzes an der „Zentralen Namenskartei“, um 1960.

1948 übernahm der Suchdienst des Internationalen Roten Kreuzes die Aufgabe, bei der Suche nach verschollenen oder vermissten Angehörigen zu helfen. Wichtigstes Hilfsmittel war die „Zentrale Namenskartei“ mit Einträgen zu ungefähr 17,5 Millionen Menschen – darunter auch mehrere Millionen ehemalige Zwangsarbeiter.

Quelle: Archiv des International Tracing Service, Bad Arolsen

Displaced Persons

Die in Deutschland und Österreich zurückgebliebenen ehemaligen Zwangsarbeiter – darunter viele Juden – wurden von den westalliierten Besatzungsmächten in Lagern für „Displaced Persons“ untergebracht. Dort warteten sie auf ihre Auswanderung. Manche hofften auch, eine neue Existenz vor Ort aufbauen zu können.

Häufig waren es ehemalige KZ- oder Zwangsarbeiterlager, in denen „Displaced Persons“ auf die Erlaubnis für ihre Einreise in die USA, Kanada, Australien oder nach Palästina bzw. in den neuen Staat Israel warteten.

Diejenigen, die bleiben wollten, wurden von Einheimischen argwöhnisch betrachtet. Sie galten als lästige Kostgänger, die unberechtigte Ansprüche stellten.

Die meisten DP-Lager in Österreich befanden sich in Oberösterreich.
Dort lebten zwischen 1945 und 1955 insgesamt etwa 180.000 jüdische DPs. Sie stellten die größte Gruppe. Die österreichische Bundesregierung lehnte eine Verantwortung für die DPs ab und bemühte sich um deren schnelle Repatriierung.