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Das Begleitprogramm im Jüdischen Museum Berlin zur Ausstellung „Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg“ zum Herunterladen.

Begleitprogramm im Jüdischen Museum Berlin

Bustouren

Vor der Haustür
3. / 30. Oktober / 7. November 2010 / jeweils 11 Uhr

Während des Zweiten Weltkrieges arbeiteten in Berlin mehr als eine halbe Million Zwangsarbeiter. Die Spurensuche führt zu vergessenen Lagern und Fabriken, zeigt aber auch neue Zeichen der Erinnerung. Die Tour endet im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide, dem letzten erhaltenen Lager Berlins.

Treffpunkt: Haupteingang, Jüdisches Museum Berlin
Kosten: 12 Euro, erm. 10 Euro

Anmeldung:
Telefon: +49 (0) 30 25993 488
Email: reservierung(at)jmberlin.de

Gespräche und Diskussionen

Eine Veranstaltungsreihe der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Berlin

Zwangsarbeit in Europa – Zwangsarbeit in Berlin
4. Oktober 2010 / 18 Uhr

Podiumsgespräch

Zwangsarbeit im Nationalsozialismus war ein Verbrechen in der Nachbarschaft: Berliner Passanten begegneten Zwangsarbeitern etwa in Kreuzberg in der Lindenstraße 28 – dort befand sich vermutlich eines der rund 3 000 in der ganzen Stadt verteilten Lager. In Berliner AEG-Werken waren bis zu 60 Prozent der Belegschaft Zwangsarbeiter, an ihrer Kleidung durch Kennzeichen erkennbar. Dennoch – konkrete Fakten und Erinnerungsorte sind wenig bekannt. Die Historiker Christine Glauning, Cord Pagenstecher und Jens-Christian Wagner sprechen über historische Fakten und Orte der NS-Zwangsarbeit. Sie präsentieren neu erschlossenes Fotomaterial und gehen der Frage nach, wie dieses Gesellschaftsverbrechen und die Schicksale der Zwangsarbeiter erinnert werden.

Link zu den Fotos und zum Audiomitschnitt der Veranstaltung im Jüdischen Museum Berlin.

Geschichte interkulturell?
Jugendbildung in der Migrationsgesellschaft

1. November 2010 / 18 Uhr

Erfahrungsberichte aus der Praxis und Diskussion

28 Prozent der unter 25-Jährigen Bevölkerung Deutschlands hat einen Migrationshintergrund (Mikrozensus 2008). In der Jugendbildung ist Heterogenität der Normalfall. Damit vervielfältigen sich auch die Geschichtsbezüge und das -bewusstsein, die nicht Teil einer bloß nationalgeschichtlichen Geschichtskultur sind. Die Vermittlung von Geschichte und historisches Erinnern steht vor veränderten Aufgaben. Über Erfahrungen mit Vielfalt und interkulturelle Herausforderungen für Schulen, Museen und Gedenkstätten sprechen der Historiker Ufuk Topkara und die Politologin Elke Gryglewski. Ulla Kux, Programmleiterin „Geschichte in Vielfalt“, moderiert die Diskussion zu den Fragen: Wie kann Geschichte in heterogenen Gruppen vermittelt werden? Und brauchen wir eine Öffnung der Erinnerungskultur?

Link zu den Fotos und zum Audiomitschnitt der Veranstaltung im Jüdischen Museum Berlin.

Arbeiten für den Feind.
NS-Zwangsarbeit: Folgen und Erinnerungen nach 1945

10. November 2010 / 14.30–16.15 Uhr

Öffentliche Abschlussdiskussion, Moderation: Harald Asel, rbb Inforadio

Im Rahmen der Konferenz „Zwangsarbeit in Hitlers Europa“ präsentieren internationale Referenten aktuelle Forschungsergebnisse zu den länderspezifischen Erscheinungsformen der Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Über die Dimensionen der NS-Zwangsarbeit in Europa, Folgen und Erinnerungen und die Situation der NS-Zwangsarbeiter nach dem Krieg und heute diskutieren Tanja Penter, Irina Scherbakowa, Tomas Jelinek, Volkhard Knigge und Alexander von Plato.

Ort: Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Leibniz-Saal, Eingang Markgrafenstraße 38 (am Gendarmenmarkt), 10117 Berlin

Weitere Informationen unter www.konferenz-zwangsarbeit.de

Zeitzeugengespräch mit Helena Bohle-Szacki
10. Januar 2011 / 18 Uhr

Im Gespräch mit der Publizistin Ewa Czerwiakowski berichtet die ehemalige Zwangsarbeiterin von ihren Erfahrungen in einem Außenlager des KZ Flossenbürg. Helena Bohle-Szacki, 1928 in Białystock geboren, stammt aus einer deutsch-polnisch-jüdischen Familie. Von der Gestapo verhaftet und deportiert, musste sie ab Herbst 1944 Zwangsarbeit leisten.
Nach dem Gespräch präsentiert Dr. Cord Pagenstecher von der Freien Universität Berlin „Zeitzeugen-Interviews für den Unterricht“: Die neuen multimedialen Bildungsmaterialien des Online-Archivs „Zwangsarbeit 1939–1945“ basieren auf Interviews mit Helena Bohle-Szacki und anderen Zeitzeugen.

Links zu den Fotos und Audiomitschnitt der Veranstaltung im Jüdischen Museum Berlin.

„Du Opfer…!“ Der Begriff „Opfer“ in der Vergangenheit und heute
17. Januar 2011 / 18 Uhr

Podiumsgespräch

Der Begriff „Opfer“ meint - etwa in der Presse - Menschen, die bei Gewalttaten oder Katastrophen verletzt wurden oder starben. Im Nationalsozialismus wurden Menschen Opfer von Unrecht. Wer heute auf dem Schulhof als „Opfer“ beschimpft wird, gilt als „Loser“. Über den Bedeutungswandel und Widersprüche des Begriffs diskutieren der Soziolinguist Norbert Dittmar, die Politologin Anne Goldenbogen, der Historiker Constantin Goschler sowie der iranische Religionswissenschaftler Mohsen Mirmehdi. Moderiert wird der Abend von der Journalistin Doris Akrap.

Links zu den Fotos und Audiomitschnitt der Veranstaltung im Jüdischen Museum Berlin.